Was verbindet uns

„Was verbindet uns“ war eine Reihe von fünf Projekten, die sich der Geschichte des Handwerkervereinshauses zuwandte, in dem sich die Sophiensaele seit 1996 befinden. Fünf KünstlerInnen und künstlerische Teams zeigten in Installationen und Performances ihren Zugang zur über einhundertjährigen Geschichte des Gebäudes bzw. seiner langjährigen Theaterbespielung.

01. – 12.2008
Sophiensaele Berlin

Was verbindet uns“ war eine Reihe von fünf Projekten, die sich der Geschichte des Handwerkervereinshauses in der Sophienstraße 18 zuwandte, in dem sich die Sophiensaele seit 1996 befinden. Fünf KünstlerInnen und künstlerische Teams zeigten in Installationen und Performances ihren Zugang zur über einhundertjährigen Geschichte des Gebäudes bzw. seiner langjährigen Theaterbespielung.

mit
Christian von Borries
Neujahrskonzert
Stefan Shankland Basic Bill
Heike Geißler/Adrian Sauer Ein Raum für sich allein
Alexander Schellow/David Weber-Krebs Theaterminiatur
Sylvi Kretzschmar/Camilla Feher/Oliver Augst MEGAFON

 

„Neujahrskonzert“ bildete 2008 den Jahresauftakt der Reihe und bezog sich sowohl auf die Tradition der ArbeiterInnenbewegung hier vor Ort als auch auf die vor zehn Jahren von Christian von Borries begonnenen Reihe „Musikmissbrauch“.

Konzept: Christian von Borries

Für „Basic Bill“ konstruierte Stefan Shankland gemeinsam mit Studierenden des Studiengangs Bühnenbild_Szenischer Raum der Technischen Universität Berlin eine zwölf Meter hohe Skulptur: aus nutzlos gewordenen Materialien wie alten Bühnenbildern und Requisiten, ausrangierten Möbeln, Plakaten und Schrott den materialisierten Spuren der komplexen Geschichte des Veranstaltungsortes – entstand der Sophiensaele-Schriftzug als Ausdruck der sich ständig wandelnden Identität des Hauses.
Der bildende Künstler Stefan Shankland sammelt frei verfügbare Gegenstände, Symbole und Bilder, um daraus monumentale Skulpturen zu entwickeln, die ihr jeweiliges Entstehungsumfeld reflektieren.

Konzept: Stefan Shankland in Zusammenarbeit mit Studierenden des Masterstudiengangs Bühnenbild Szenischer Raum der TU Berlin unter der Leitung von Prof. Kerstin Laube: Eva Veronica Born, Sebastian Domula, Anke Gänz, Paul Lambeck, Lara Nobel, Lukas De Pellegrin, Florian Schwinger.
Assistenz: Werner Kernebeck.

In „Ein Raum für sich allein“ erarbeiteten die Autorin Heike Geißler und der bildende Künstler Adrian Sauer eine Installation, die aus einem Hörstück und einer Videoarbeit bestand. Den Ausgangspunkt der Arbeit bildeten die verschiedenen politischen, privaten und sozialen Bündnisse, die in den Sophiensaelen geschlossen wurden. Gefragt wurde, warum Bündnisse gebildet werden oder warum sie nicht gebildet werden. Es wurde überprüft, inwiefern das Private nur öffentlich entstehen, erobert oder verteidigt werden kann und ob ein fiktiver Raum als privates Zimmer genügen könnte.

Konzept und Realisation: Heike Geißler und Adrian Sauer
Sprecher/Schauspieler: Johannes Lehmann
Aufnahme/Tontechnik: Norman Nitzsche
Projektionsraum: Kuehn Malvezzi

„Theaterminiatur“ offenbart seine Räume wie eine russische Puppe: Im Performanceraum befindet sich der Filmraum und darin der Textraum. Letzteren bilden die Textversionen von sechs verschiedenen AutorInnen. Der Zuschauer kann sich eine der Textversionen wählen und nimmt damit Einfluss auf alle anderen Räume. Er erzeugt einen Kurzschluss. Ein Zuschauer befindet sich in der exklusiven Situation, dass eine Performance nur für ihn stattfindet. Das Oszillieren zwischen verschiedenen „Live“-Situationen spielt mit ihren Erwartungen: Schaut sie einen Film im Kino, alleine vor der Leinwand? Oder erlebt sie eine Theaterperformance ohne PerformerInnen?

Konzept: Alexander Schellow und David Weber-Krebs
Film: David Weber-Krebs
Animation/Film: Alexander Schellow
Texte: Régis-Marie Berrek, Lars Frers, Friederike Jehn, Hannes Schneickert, Monika Rinck, Magne van den Berg, Robert Woelfl
Technik und Software: Martin Schneebacher
Dank an: Joyce Dietrich, Katarina Eckold, Sandra Herrklotsch, Dorothea Herrmann, Sophia Mühling, Eva Priyanka Wegener

MEGAFON – eine dokumentarische Séance für den Virchowsaal. Lieder, Arbeiter-Sprechchöre und Schlagertexte aus der Zeit der Weimarer Republik überlagerten sich zu einer gigantischen Rückkopplung. Mit Sirenengesang, Pseudo-Industrial-Musik und mechanischem Turboballett wurde verstärkt und verzerrt, was im Virchowsaal mitschwingt, was an diesem Ort der deutschen Arbeiterbewegung noch ganz leise nachhallt. Kann man die Resonanz der Mauern dieses Raumes hörbar machen?

Eine Konzert-Performance und Installation von Sylvi Kretzschmar, Camilla Feher und Oliver Augst.

Künstlerische Leitung Heike Albrecht
Künstlerische Mitarbeit Jan Philipp Possmann
Veranstalter Sophiensaele

Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds
Gestaltung milchhof.net